:: suizid und suizidversuche ::
Selbstmordpläne ?
Angst, Du bringst Dich um?
Du hast Angst um eine Freundin?
Eine Freundin hat sich umgebracht - und
Du weisst nicht mehr weiter?
Nimm Kontakt auf zur Lesbenberatung oder dem psychosozialen Krisendienst
Deiner Region oder zu:
Telefonseelsorge - 24h/Tag und kostenfrei - 0800.1110111 oder 0800.1110222
Krisentelefon für Jugendliche - kostenfrei - 0800.1110333
Nimm Dich ernst - hol dir Hilfe!
Internationale wie nationale Untersuchungen lassen befürchten, dass erwachsene Lesben bis zu vier Mal
häufiger versuchen, sich das Leben zu nehmen als heterosexuelle Frauen. Lesbische Jugendliche
unternehmen sogar bis zu sechs mal häufiger Suizidversuche als gleichaltrige Heterosexuelle.
Für Deutschland liegen dazu Zahlen aus der Berliner Befragung "Er liebt ihn. Sie liebt sie." für junge
Frauen und aus einer bisher nicht veröffentlichten Studie über Suizidversuche bei erwachsenenen Lesben
(und Schwulen) vor. Aus diesen Untersuchungen stammen auch die gerade genannten Schätzungen.
Es gibt weltweit nur wenige Studien, die der Frage nachgegangen sind, ob Lesben (und Schwule) auch
bei den sog. vollendeten Suiziden überrepräsentiert sind. Es fand sich glücklicherweise kein höherer Anteil
von Lesben (und Schwulen) (wobei diese Ergebnisse möglicherweise durch methodische Probleme der
Studien verzerrt sind). Eventuell wählen Lesben Suizidarten, die eine größere Überlebenschance
besitzen.
Für Lesben, insbesondere lesbische Jugendliche, zeigte sich, dass die sexuelle Orientierung alleine
die vermehrten Suizidversuche nicht erklärt. Risikofaktor Nummer Eins für einen Suizidversuch bei
jungen Frauen - auch bei jungen Lesben - waren Gewalterfahrungen, insbesondere Erfahrungen sexualisierter
Gewalt. Wenn dann noch in der Umbruchszeit des jungen Erwachsenenalters
die Herausforderung eines Coming Outs dazukam, erhöhte das die Bereitschaft deutlich, einen
Suizidversuch zu unternehmen oder auch andere Formen selbstschädigenden Verhaltens als Versuch
einer Problemlösung zu wählen wie Drogenkonsum etc.
Krisenintervention und Suizidprävention
In vielen größeren Städten gibt es Lesbenberatungsstellen, z.T. auch mit eigenen Angeboten für
junge Lesben, und psychosoziale Kriseninterventionsdienste oder sozialpsychiatrische Dienste am
Gesundheitsamt. Deren Beratungsangebote können nicht nur von jeder Frau, die in einer Krisensituation
Hilfe sucht, in Anspruch genommen werden, sondern z.B. auch von besorgten FreundInnen.
Aufklärungsbedarf besteht hier vor allem im Bereich von Beratungsstellen (mit Ausnahme der Lesbenberatungen)
und psychiatrischer Akuteinrichtungen über die Situation lesbischer Frauen.
Weiterleben: Wenn eine Freundin sich umgebracht hat
Lesben, die sich das Leben nehmen, hinterlassen geschockte Freundinnen, die sich oftmals auch
noch Vorwürfe machen, den Suizid nicht verhindert zu haben. Dabei ist klar: Auch unter Bedingungen
nahezu lückenloser Überwachung wie in Gefängnissen oder Akutpsychiatrien schaffen es Menschen, sich
das Leben zu nehmen - weil nichts und niemand außer ihnen selbst sie davon abhalten kann.
Gelegentlich sehen sich lesbische Freundinnen auch Vorwürfen Dritter ausgesetzt, die die
lesbische Lebensweise der Verstorbenen nie akzeptieren konnten.
Zur Unterstützung von Frauen, deren lesbische Freundin sich das Leben genommen hat, bestehen
bisher kaum Angebote und Konzepte in Deutschland. Sensibilisierung für die spezielle Situation
von Lesben nach dem Suizid einer Freundin oder Partnerin tut auch hier in vielen Bereichen not.
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:: literatur ::
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