|
:: lesbenrechte ::
Lesbische Frauen sind nahezu weltweit Gewalt ausgesetzt, doch das Ausmaß von Diskriminierung und Verfolgung
unterscheidet sich erheblich.
Während in der BRD die Stiefkindadoption und die eingetragene
LebenspartnerInnenschaft eingeführt wurden, gibt es in anderen Ländern längst umfassende Antidiskriminierungsgesetze,
die Ungleichbehandlung aufgrund der sexuellen Orientierung verbieten.
In 85 Ländern weltweit wird Homosexualität aktiv strafrechtlich verfolgt, in ca. 10 Ländern mit dem Tode bestraft.
Weitere Ländern kennen
zwar nicht die Todesstrafe für Lesben, jedoch sind gewalttätige Angriffe, Vergewaltigungen und
Ermordungen von Lesben alltäglich.
Gleiches Recht für alle, die hier leben!
Ein Leben frei von Verfolgung, Gewalt und Diskriminierung ist Voraussetzung für die Gesundheit
lesbischer Frauen.
Gegenwärtig sind die Lebensbedingungen für Lesben mit sicherem Aufenthaltsstatus
in Deutschland im Weltvergleich
eher privilegiert, in anderen Ländern der Welt sind sie deutlich schlechter. Dennoch stellt
die Verfolgung aufgrund der lesbischen Lebensweise keinen Grund für ein Asyl in Deutschland dar.
Verfolgten Lesben wird ein gesicherter Aufenthaltsstatus verweigert. Die Situation von Lesben
in den (Zwangs-)Unterkünften, in den sie als Asylsuchende leben müssen, ist katastrophal. Die
sog. "Residenzpflicht" (d.h. das Verbot für Asylsuchende, den Landkreis zu verlassen, in dem sie
zwangsuntergebracht sind), trifft zugezogene lesbische Frauen besonders, weil es in vielen ländlichen Gegenden
keinerlei Kontaktmöglichkeiten mit anderen Lesben gibt. Wenn Frauen im Asylverfahren fordern, dass
ihr Lesbischsein und die Verfolgung aufgrund ihrer Lebensweise als asylrelevant anerkannt wird,
werden sie gezwungen, mittels eines psychiatrischen Gutachtens "die Unveränderlichkeit ihrer
homosexuellen Veranlagung" nachzuweisen.
Die Gesundheit und das Wohlergehen lesbischer Frauen sind so auch ein hochpolitisches Thema - Lesben brauchen Rechte
und sie brauchen Schutz vor Verfolgung und Gewalt. Und sie brauchen dies unabhängig davon,
in welchem Teil oder Land der Welt sie geboren sind.
Die Situation in Deutschland ist weit davon entfernt.
Hirschfeld-Eddy-Stiftung zur Unterstützung der Menschenrechtsarbeit
Im Juni 2007 wurde die Hirschfeld-Eddy-Stiftung gegründet.
Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die Achtung
der Menschenrechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender voranzubringen,
international Menschenrechtsarbeit zu unterstützen, Menschenrechtsverteidigern aktiv zu
helfen sowie Aufklärung und den Abbau von Vorurteilen zu fördern.
Benannt ist die Stiftung nach dem deutschen Arzt, Sexualwissenschaftler, Sexualreformer und
Bürgerrechtsaktivisten Dr. Magnus Hirschfeld (1868-1935) und nach der prominenten lesbischen
Menschenrechtsaktivistin Fanny-Ann Eddy (1974-2004) aus Sierra Leone, die dort 2004 einem
Mordanschlag zum Opfer fiel.
Weitere Informationen: http://www.Hirschfeld-Eddy-Stiftung.de
LFT unterstützt Teilnahme von Flüchtlingsfrauen
"Lesbian Spring Meeting" encourages participation of lesbian refugees
This information in English.
Das Lesbenfrühlingstreffen LFT
hat sich zur Aufgabe gesetzt, lesbische Frauen besonders zu unterstützen, die in dieser
Gesellschaft ausgegrenzt werden und denen ihr Recht auf politische Teilhabe in
Deutschland vorenthalten wird.
Insbesondere unterstützt das LFT seit 2004 die Teilnahme von lesbischen Asylbewerberinnen
oder anderen Lesben mit ungesichertem Aufenthaltsstatus. Die Unterstützung soll zum Einen
materiell durch Finanzierung der Teilnahmegebühr, Unterbringung, Fahrtkosten etc. sein, zum
Anderen aber auch ideell und strukturell.
Allen interessierten Frauen soll so die Teilnahme an einem Wochenende voll Information,
Diskussionen, Veranstaltungen, Festen und Austausch ermöglicht werden.
Das LFT bittet, Frauen auf diese
Möglichkeit hinzuweisen. Der Dachverband Lesbenfrühling e.V. unterhält außerdem
eine Arbeitsgruppe zum Thema.
________________________
:: literatur ::
|
Ein Leben frei von Verfolgung, Gewalt und Diskriminierung ist Voraussetzung für die Gesundheit
lesbischer Frauen.
Viele Rechte, die für Lesben mit deutschem Pass selbstverständlich erscheinen, werden Lesben, die vor Verfolgung fliehen,
in der BRD vorenthalten.
|